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Jesuitenreduktionen24.08.2009 - Loreto, San Ignacio Mini in MissionesWir sind zwar hauptsächlich Naturjunkies, aber so ein bißchen Kultur muss auf dieser Reise natürlich auch sein. Also beschließen wir zwei ehemalige Jesuitensiedlungen zu besichtigen, die Reduktionen genannt werden. Als Erstes fahren wir nach Loreto. Diese Mission wurde 1632 gegründet und ist gänzlich von Urwald überwuchert. Ein Guide (der Erste, der in Argentinien richtig Englisch sprechen kann!) führt uns herum und wir nutzen die Gelegenheit uns weiter zu bilden. Die Jesuiten kamen im 16. Jh. nach Paraquay, Brasilien und Argentinien, um die hier lebenden Ureinwohner zu missionieren. Dazu wurden Siedlungen gegründet, wo einige hundert bis tausende Indianer zusammen mit einigen Padres lebten und Landwirtschaft (in Form von Kollektivwirtschaft) zur Selbstversorgung betrieben. Ende des 18. Jh. wurden die Jesuiten jedoch wieder ausgewiesen, da man die Gründung eines eigenen Staates befürchtete und die meisten Dörfer verfielen innerhalb einer Generation. In dieser Nacht übernachten wir das erste Mal in der freien Natur, d.h. nicht auf einem Campingplatz oder an einer Tankstelle. Und unser Mut wird belohnt, es ist idyllisch, der Sternenhimmel ist gigantisch und wir fühlen uns sicher. ![]() So sieht das Ganze dann bei Tag aus. Wir klettern bei brütender Mittagshitze zu einem Aussichtspunkt, weil uns der Guide in Loreto erzählt hat, das es hier viele Tukane geben soll. Aber weit und breit ist nicht zu sehen, außer dem Rio Parana, dem Grenzfluß zu Paraquay. Also außer Muskelkater nix gewesen ;-). ![]() Die nächste Station ist San Ignacio Mini, die besterhaltene Jesuitenreduktion in Argentinien, die auch als Weltkulturerbe anerkannt wurde. Im Museum kann man das Ausmaß der Siedlung am Modell gut erkennen. 4000 Menschen lebten hier, es gab neben der riesigen Kirche und den Wohnhäusern, auch Unterrichtsräume, Werkstätten, Krankenhaus, Friedhof usw., alles war um einen zentralen Platz angeordnet. ![]() Die Kirchenruine ist das schönste und beeindruckendste Gebäude der Reduktion. Die Reste des Eingangsportal lassen die Größe der Kirche und somit auch die große Bedeutung der Religion in den Jesuitensiedlungen erahnen. ![]() Diesen Baustil nennt man übrigens "Guarani-Barock", wegen der Verknüpfung der barocken Formen der europäischen Baumeister mit den Themen der indianischen Steinmetzkünstler des Guaranistammes. ![]() Weitere Fotos vom Tag befinden sich hier, sowie ein kleines Video unten dran.
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