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Pantanal10.09.2009 - Zwischen Pocone und Porto JofreEndlich haben wir es geschafft. Wir sind im Pantanal angekommen, und hoffen, dass diese Landschaft unsere hohen Erwartungen erfüllen kann. Aber wie kommen wir am besten in das rund 230.000 km2 große Naturparadies, dessen größter Teil nur per Boot, Flugzeug oder zu Fuß erreichbar ist? Wir beschließen von Norden über die sogenannte Transpantaneira zu fahren, es ist die einzigste Möglichkeit auf eigene Faust das Gebiet zu erkunden. Die Transpantaneira ist nur in der Trockenzeit befahrbar (haben wir ja zum Glück gerade) und sollte eigentlich mal quer durch das gesamte Pantanal führen. Nach dem Bau der Hälfte der Strecke war aber Schluss, da wohl die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht aufging. Alleine auf den 145 km von Pocone nach Porto Jofre mussten 126 Brücken errichtet werden!!! ![]() Gleich nachdem wir das offizielle Einganstor passiert haben, sehen wir rechts und links der Straße eine große Anzahl verschiedenster Vögel in den Wassergräben stehen. Neben den vielen Reiherarten ist der Jabiru, der größte Storch der Welt, einer der auffälligsten Vögel und es ist beeindruckend zu sehen, wie sich dieses schwerfällige Tier scheinbar mühelos in die Lüfte erhebt. ![]() Auch von den vielen Brillenkaimanen, die zu Hunderten an den Ufern der Wasserlöcher liegen, hatten wir schon gehört. Die bis zu 3 m langen Krokodile wurden früher rücksichtslos von Wilderern gejagt, doch inzwischen hat sich ihr Bestand erholt und man schätzt, dass zwischen 10 und 35 Mio. dieser Exemplare im Pantanal leben. Die Blasen in allen Wasserlöchern zeugen von ihrer ständigen Anwesenheit und lassen uns so manchen kalten Schauer über den Rücken laufen. ![]() Aber was macht das Pantanal eigentlich zu der an Wildtieren reichsten Gegend Südamerikas? Pantano bedeutet zwar "Sumpf", doch handelt es sich hier nicht um ein Sumpfgebiet, sondern um eine Schwemmlandebene. 175 Flüsse sorgen in der Regenzeit von November bis April für eine teilweise Überflutung des Landes mit nährstoffreichen Schlamm, ein unglaublich reichhaltiges Nahrungsangebot für Tiere und Pflanzen ist die Folge. Aufgrund der sehr geringen Höhenunterschiede vollzieht sich die Überschwemmung nur sehr gemächlich, alle Lebewesen haben also genug Zeit sich umzustellen und sich auf trockene "Inseln" zurückzuziehen. Immerhin steigt das Wasser in der Regenzeit bis zu 3 m über die Niedrigwasserstände. ![]() Die Artenvielfalt hier sucht daher seines gleichen. Man hat im Pantanal 80 Säugetier- und 50 Reptilienarten gezählt, dazu kommen noch 650 Vogelarten und 240 verschiedene Fische - ein Tierparadies, das aufgrund der jährlichen Überflutung nur von wenigen Menschen besiedelt wird. ![]() Wir schlagen unser Lager in einer Ökolodge auf. Eigentlich ist sie nicht für Camper gedacht, der nette spanische Besitzer erlaubt uns aber einige Nächte zu bleiben und wir genießen die Einsamkeit (wir sind die einzigsten Gäste) inmitten dieses Naturparadieses, sowie die Tiere vor der Haustür. ![]() Zu der Lodge gehört diese wackelige Aussichtsplattform auf einem Baum, die wir nach einer kurzen geführten Wanderung in der Umgebung (leider nur Tapirscheiße gesehen) besteigen, um uns einen besseren Überblick über die flache Landschaft zu verschaffen und um nach Tieren Ausschau zu halten. ![]() Besonders jetzt in der Abenddämmerung trauen sich viele der scheueren Pantanalbewohner zu den immer seltener werdenden Wasserstellen und so bekommen wir doch noch das größte wild lebende Säugetier Südamerikas zu Gesicht - einen Tapir, der sich gemächlich seinen Weg durch einen Wassergraben bahnt. ![]() Für den nächsten Tag haben wir uns vorgenommen die Transpantaneira bis zu ihrem Ende in Porto Jofre zu fahren. Die Landschaft ist zwar idyllisch, aber nicht wirklich abwechslungsreich (bis auf ein paar blühende Bäume am Wegesrand), aber die Anzahl und Vielfalt der Tiere gleich neben der Strasse erstaunt uns immer wieder. Fotostopps im Minutentakt sind da natürlich Pflicht... ![]() Zu Maiks großer Freude gibt es hier auch 5 Eisvogelarten, bekanntlich ist der Eisvogel ja Maiks beliebtestes Fotomotiv. Hier hat sich sogar noch ein Kaiman in den Bildhintergrund geschmuggelt ;-). ![]() Und so gelingt ihm auch eine tolle Serie zum Thema "Wie verschlingt ein Eisvogel einen Fisch?". Ob das noch zu toppen ist? Die anderen Fotos der Serie und noch mehr Pantanalfotos (keine Angst nur eine kleine Auswahl) könnt ihr übrigens, wie immer, in der Galerie bewundern. ![]() Zum Abschluss des Berichts noch ein Foto von unserem neu erstandenem Zweitwohnsitz in Brasilien. Leider nur ein Traum, aber der Name Fazenda "Neu Berlin" würde ja schon mal passen ;-) ... ![]() Also unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt, für Tierliebhaber ist das Pantanal ein wunderschönes Fleckchen Erde. Weitere Fotos von den Tagen im Pantanal befinden sich hier, sowie ein kleines Video unten dran.
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