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Erste Eindrücke von Bolivien15.09.2009 - San Matias, San Ignacio de Velasco, Concepción, San JavierDie Grenzüberschreitung gestaltet sich diesmal etwas schwieriger, da es an der eigentlichen Grenze keinerlei Infrastruktur gibt, und wir alle Formalitäten in den Orten vor bzw. hinter Grenze erledigen müssen. In Caceres (rund 120 km vor der Grenze) geht es zuerst zur Polizei, wo wir den Ausreisestempel erhalten. Da aber auch unsere Bus wieder mit ausreisen muss, dürfen wir noch zum Zoll, um dort das entsprechende Papier abzugeben. Unglücklicherweise ist es Samstag und der Zoll hat leider geschlossen. Bis Montag wollen wir aber nicht warten, also versuchen wir unsere Papiere trotzdem loszuwerden. Der Securitymann vor Ort weigerte sich jedoch das Dokument anzunehmen. Wir überlegen noch, ob wir den Zettel nicht einfach unter der Tür durchschieben, aber lassen das dann lieber und reisen mit einem ungutem Gefühl, da unser Bus offiziell noch in Brasilien ist, nach Bolivien ein.Bei den Einreiseformalitäten in San Matias (rund 10 km hinter der Grenze) gibt es dann wieder ein paar Hindernisse. Nach einigem Suchen finden wir das Einreisebüro, wo wir nach der Mittagspause ohne Probleme ein 90 Tage Visum bekommen. Nun müssen wir wieder zum Zoll. Auch hier heißt es wieder warten in brütender Hitze - immer noch Mittagspause. Um 17:00 Uhr erfahren wir, dass der zuständige Beamte heute hier nicht mehr auftaucht und wir 200 km weiterfahren müssen zum nächsten Zollbüro, das zum Glück auf unserem Weg liegt und wo wir von einem sehr gesprächigem Bolivianer problemlos alle nötigen Papiere bekommen.
Die ersten Eindrücke von Bolivien versetzen uns schon etwas in Erstaunen. An der Tankstelle in San Matias steht eine lange Fahrzeugkolonne. Zu unserer Erleicherung erfahren wir, das sie alle auf Benzin warten, wann die nächste Lieferung kommt, ist ungewiss. Zum Glück fahren wir ein Dieselfahrzeug und so tanken wir beide Tanks voll, wer weiß, ob an der nächsten Tankstelle nicht nach Diesel angestanden werden muss. Als Ausländer bezahlen wir zwar fast das Doppelte als den Normalpreis (nur in Grenznähe), aber mit umgerechnet 63 Cent ist der Sprit trotzdem noch günstig. Außerdem fallen uns die vielen Militärposten an der Straße auf, die größtenteils mit Soldaten im Teenageralter besetzt sind. Also müssen wir immer wieder anhalten, unsere Daten registrieren lassen und Wegezoll (Maut) bezahlen. Dieses Phänomen begegnet einem übrigens in ganz Bolivien, anstatt vom Militär wird man im Landesinneren aber von der Polizei kontrolliert. ![]() Unsere nächstes Ziel ist die nächste größere Stadt - San Ignacio de Valesco. Wir fahren durch eine Region, die heute ab und zu wegen des hier stattfindenden Drogenhandels nach Brasilien in den Schlagzeilen ist und früher ebenfalls von den Jesuiten besiedelt wurde. San Ignacio selbst war das wirtschaftliche Zentrum der Jesuiten-Missionen. Hier stand einmal die größte Jesuitenkirche der Region. Sie wurde 1974 abgerissen und 2000 durch einen Neubau ersetzt, der mit der ursprünglichen Kirche nahezu identisch ist. ![]() Zum Übernachten haben wir uns die gemütliche, nette Casa Suiza ausgesucht. Eine gute Wahl, denn wie der Zufall so will, sind auch gerade die ehemaligen Erbauer und Besitzer zu Besuch. Das nette ältere Ehepaar stammt ursprünglich aus der Schweiz bzw. DDR und lebt nun schon über 30 Jahre in Bolivien. In den Gesprächen erfahren wir viele Hintergründe über das Land und das Leben hier und erhalten manch guten Tipp für die Weiterreise. ![]() Das obligatorische Foto vor der Casa Suiza darf dann natürlich auch nicht fehlen (zusammen mit den jetzigen Besitzern). ![]() Einen Supermarkt suchen wir in San Ignacio vergeblich, eingekauft wird, wie in ganz Bolivien meist üblich, auf dem Markt. Auf den bolivianischen Märkten herrscht eine besondere Atmosphäre, in den kleinen Tante Emma Läden stapeln sich die verschiedensten Waren bis unter die Decke, Getreide, Nudeln und Gewürze werden in großen Säcken angeboten, die Tische biegen sich unter den vielen Obst- und Gemüsesorten und die Fleischwaren hängen ungekühlt an Haken von der Decke. ![]() Auf dem Weg Richtung Santa Cruz kommen wir noch durch mehrere Dörfer mit alten Jesuitenkirchen (alle sind Weltkulturerbe), die sich alle durch schöne Schnitzereien und Bemalungen auszeichnen. Besonders bemerkenswert ist, das die meisten dieser Kirchen, wie auch diese in San Javier, von Deutschen restauriert worden sind und so wieder in ihrer ursprünglichen Pracht erstrahlen können. Aber nach der dritten oder vierten Kirche dieser Art haben wir genug gesehen... ![]() Weitere Fotos von den Tagen befinden sich hier, sowie ein kleines Video unten dran.
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