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Altiplano und Lagunen04.10.2009 - Salar Chalviri, Laguna Verde, Laguna Colorada, San CristobalNach einem schönen, aber auch anstrengenden Fahrtag gönnen wir uns am späten Nachmittag ein ausgiebiges Bad in dem Naturpool am Salar Chalviri. Bei etwas über 10°C Außentemperatur geniessen wir lange das ca.30°C warme Termalwasser und die tolle Aussicht auf die umliegende Altiplanolandschaft. Sogar ein Vikunja leistet uns Gesellschaft, auch wenn wir es fälschlicherweise für ein Guanako halten (siehe Video).
In dieser sternenklaren Nacht ist Vollmond. Der Mond erscheint uns viel größer hier, aber wir sind ja auch 4500m näher dran ;-). ![]() Es ist der 3. Oktober, heute sind wir seit genau 8 Jahren ein Paar. Das "feiern" wir mit einem leckeren selbstgekochten Essen und bolivianischem Wein, anschließend schauen wir uns den Klassiker "Casablanca" auf unserem Laptop an. Zum krönenden Abschluss dieses unvergeßlichen Tages nehmen wir noch nackt ein Vollmondbad im "hauseigenen" Pool. Herz was willst du mehr? ![]() Da Maik nicht genug bekommen kann, steht er am nächsten Morgen 5.30Uhr auf, um vom Pool aus den Sonnenaufgang zu betrachten (siehe Video). Das Schauspiel hält er wie üblich mit zahlreichen Fotos fest, die Siloutten der Flamingos im Gegenlicht sind aber auch ein verführerisches Motiv. ![]() Gegen 8Uhr ist es dann aber mit der Ruhe vorbei. Inzwischen sind mehr als 15 Tourijeeps angekommen und zahlreiche Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen scharren sich um das kleine dampfende Naturbecken. Die Touren starten meistens von Uyuni aus und klappern in 4 Tagen den Salzsee und die gesamte Lagunenstrecke ab. Wir haben uns für eine ähnliche Route10 Tage Zeit gelassen und sind angesichts der vielen Leute und des straffen Zeitplans wieder mal sehr froh, so unabhängig reisen zu können. ![]() Das nächste Ziel ist die türkisgrüne Laguna Verde, die sich am Fuße des knapp 6000m hohen Vulkans Licancabur erstreckt und je nach Sonneneinstrahlung in verschiedenen Grüntönen schimmert. Der Kegel des imposanten Vulkans liegt genau auf der Grenze zu Chile, viele fahren von hier aus weiter nach San Pedro de Atacama, das nur noch 60km weit entfernt ist. Aber Chile steht erst viel später auf unserem Reiseplan und so drehen wir hier um und fahren wieder Richtung Norden. ![]() Zwischendurch passieren wir das vulkanische Geysirfeld Sol de Manana, das auf fast 5000m Höhe liegt und wo der Schlamm in etlichen Löchern blubbert und brodelt, während uns gleichzeitig stinkende Schwefeldämpfe unangehm in die Nase steigen. Einen Geysir bekommen wir nicht zu Gesicht und so halten wir uns hier nicht lange auf, sondern setzen unseren Weg durch diese surreale Landschaft fort. In dieser Höhe kann man Entfernungen nicht mehr richtig einschätzen, die Berge sehen sehr nahe aus, sind aber in Wirklichkeit viele Kilometer weit weg und die Farben sind klarer und intensiver, als wir es üblicherweise kennen. ![]() Trotz der vielen Fotostopps erreichen wir irgendwann endlich die Laguna Colorada, die farbenfrohste aller Lagunen in dieser Gegend. Das Wasser des Sees ist aufgrund kupferhaltiger Mineralien rötlich gefärbt und ergibt zusammen mit den weißen Boraxinseln, die auf der Lagune schwimmen und dem stahlblauen Himmel einen einmaligen Farbkontrast (siehe Video). ![]() Außerdem sind da noch diese vielen rosa Punkte - unzählige Flamingos stehen im rot schimmernden Wasser. Hier leben und brüten drei verschiedene Flamingoarten, die in Eintracht nebeneinander existieren können, weil ihre Schnäbel eine unterschiedliche Porendichte haben und jeder Flamingo eine andere Algenart aus dem Wasser filtert. ![]() Wir parken den Bus zum Übernachten ganz dicht am Ufer der Lagune. So können wir die Flamingos (wir denken es sind Jamesflamingos) aus nächster Nähe beobachten. Gegen Abend werden es immer mehr, sie kommen zum Waschen an dieses Uferstück, weil hier warme Quellen aus dem Boden sprudeln. Die untergehende Sonne taucht die Lagune und die gesamte Szene in ein rosarotes Licht - ein phantastisches Bild, an dem wir uns gar nicht satt sehen können (siehe Video). ![]() Auch beim Frühstücken geniessen wir den Blick auf die "Flamis", wie Maik sie inzwischen liebevoll nennt. Die ganze Szenerie wirkt ziemlich irreal. Schließlich befinden wir uns ungefähr auf der Höhe des Mont Blanc Gipfels, aber es gibt weder Eis noch Schnee, sondern eine farbige Lagune in einer endlosen Hochebene. Schweren Herzens trennen wir uns von diesem magischen Ort, aber unsere Essensvorräte gehen langsam zu Ende und wir müssen zurück Richtung Zivilisation. ![]() Auf dem Weg dahin müssen wir immer wieder total zerfahrene Abschnitte durchqueren. Wellblechpisten so weit man blicken kann, da hilft nur Augen zu und durch und hoffen, dass der Bus das durchhält. Das ist halt der Preis, denn die Schönheit dieser Landschaft hat sich mitlerweile herumgesprochen und so heizen in der Hochsaison zahlreiche Jeeps die Pisten entlang und machen sie dadurch kaputt. ![]() Bei einem bekannten Fotomotiv machen wir nochmal einen kleinen Zwischenstopp. Mitten in der Sandwüste steht bzw. liegt eine Gruppe von Felsen, die von Wind und Erosion zu phantastischen Gebilden geformt wurden. Der Arbol de Piedra - der Baum aus Stein - ist das berühmteste Beispiel für die Kreativität und Schaffenskraft der Natur. ![]() In dem Minenort San Cristobal hat uns die Zivilisation wieder. Dessen Kirche gilt als das größte Restaurationswerk Boliviens. Sie wurde 1790 im alten Ort (der einer Mine weichen mußte, in der Silber, Zink, Kupfer und Blei durch eine kanadische Bergbaugesellschaft gefördert wird) erbaut und später im neuen Ort Stein für Stein wieder aufgebaut. Hier gönnen wir uns die fällige Dusche und füllen unsere Diesel- und Essensvorräte auf, denn von hier geht es direkt weiter zum nächsten Highlight, den Salar de Uyuni. ![]() Weitere Fotos von den Tagen auf dem Altiplano befinden sich hier, sowie vier kleine Videos unten dran.
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