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Salar de Uyuni

08.10.2009 - Isla Grande, Vulkan Tunupa, Isla Incahuasi, Uyuni


Von San Christobal aus geht's für uns nun zum nächsten landschaftlichen Höhepunkt des Altiplanos - der Salar de Uyuni. Wir fahren wieder mal nicht die typische Touristrecke von Uyuni aus, sondern pirschen uns aus südlicher Richtung kommend an den mit einer Fläche von 12.000 km2 größten Salzsee der Welt heran. Dabei durchqueren wir idyllisch wirkende Dörfer mit vielen Steinmauern und obwohl bald keine Piste mehr erkennbar ist, schaffen wir es doch irgendwie eine passable Auffahrt auf den See zu finden, ohne im Salzmatsch stecken zu bleiben. (siehe Video)

(Als Hinweis an Selbstfahrer: Diese Auffahrt auf den Salar ist nicht weiter zu empfehlen, selbst jetzt am Ende der Trockenzeit gibt es noch sehr feuchte Stellen am Rand, wo man sich schnell festfahren kann. Wir sind da nur mit Allrad, gesperrten Achsen und viel Glück durchgekommen. Da die Strecke sehr abgelegen ist, kann es sehr lange dauern, bis eventuelle Hilfe kommt. Lieber die Rampe bei S 20°34.264', W 68°3.209 ' direkt auf den Salar nehmen.)

Erster Blick auf Salar de Uyuni, Dorf Yonza

Sobald wir uns auf dem Salar befinden, ist das Fahren ein Kinderspiel. Da wir in der Trockenzeit hier sind, ist die Salzkruste, deren Dicke zwischen 2-7m differieren kann, völlig trocken und die sechseckigen Salzkristallstrukturen sind gut erkennbar. Wir sind jedoch etwas enttäuscht, den das "Weiße Meer" ist nicht ganz so weiß, wie wir es uns vorgestellt haben, sondern durch Verschmutzungen eher leicht bräunlich gefärbt. Erst in der nächsten Regenzeit wird die Salzfläche wieder reingewaschen werden. Nachdem wir anfangs noch den ausgefahrenen Fahrspuren folgen, die sich kreuz und quer über den gesamten Salzsee ziehen, trauen wir uns später auch unberührte Flächen zu befahren. Es ist ein tolles Gefühl über diese riesige weiße Ebene zu rauschen, ohne auf Schlaglöcher o.ä. achten zu müssen und die ganze Zeit das Knistern der Salzkristalle im Ohr zu haben. (siehe Video)

Unendliche Weite auf dem Salar
 
Die erste Nacht auf dem Salar verbringen wir auf der wenig bekannten Isla Grande. Dort sind wir bis auf einen komischen Typ mit Zelt allein und besteigen gegen Abend den höchsten Punkt der Insel, um von dort den Sonnenuntergang zu genießen. (siehe Video)

Am nächsten Morgen fahren wir an das "Nordufer des Sees". Am Fuße des Vulkan Tunupa besichtigen wir in dem Örtchen Tahua ein kleines Museum, wo wir einen kurzen Einblick in die frühere Lebensweise der Einheimischen erhalten. Obwohl unser Spanisch sehr schlecht ist, gibt sich der Museumsführer alle Mühe uns seine Geschichte zu erklären. Am Aussichtspunkt zum Vulkan Tunupa (5432m) führt ein kleiner Weg zu einer Art Höhle aus der Vor-Inkazeit. Den Schlüssel nehmen wir gegen ein paar Bolivianos unten am Tor mit, dann schauen wir uns die, dank der hohen Trockenheit, gut erhalten Mumien und Keramikgefäße an (das Alter wird auf 3000 Jahre geschätzt). Noch heute werden den Vorfahren immer wieder Cocablätter als Opfergaben gebracht.

Mumien am Vulkan Tunupa

Am Nachmittag geht es weiter zur Insel Incahuasi. Diese ist auch Anlaufstelle für die zahlreichen Touritouren, es gibt ein Hostel und ein Restaurant und normalerweise entsprechend viele Menschen. Nur heute nicht, denn in Uyuni sind alle auswärtsführenden Straßen durch eine LKW-Streik gesperrt, so dass wir die Insel fast für uns allein haben. Wir entscheiden uns trotzdem für die ruhigere Rückseite der Insel, wer weiß, wann die Straßenblockade aufgehoben wird. Charakteristisch für die Flora der Inseln des Salar sind die schon von weitem sichtbaren Säulenkakteen. Die bis zu 12 Meter hohen Kakteen wachsen nur ca.1cm im Jahr und sind bis zu 1200 Jahre alt. Der größte Kaktus ist aber leider vor 2 Jahren bei starken Wind abgebrochen.

Insel Incahuasi

Mitten auf dem Salar schauen wir uns den Sonnenuntergang an und probieren dazu die gesponserten Cocktails von Maik's Firma. Einen lieben Gruß an die Kollegen und danke für das Ermöglichen der Auszeit, um diese Reise erleben zu können.

Cocktails geniessen

Auch auf 3653m Höhe sind die Nächte noch ziemlich kalt, trotzdem lässt es sich Maik natürlich nicht nehmen diesen atembraubenden Sternenhimmel im Bild festzuhalten, während ich lieber im gemütlich warmen Bus sitze.

Sternenhimmel auf dem Salar de Uyuni

Nach 4 Tagen auf dem Salar steuern wir nun Uyuni entgegen. Diese abgelegene Kleinstadt hat außer zahllosen Touranbietern und super leckeren Pizzas beim "Minuteman" nicht viel zu bieten. Einzig sehenswert ist der "Cementerio de los Trenes" - ein eindrucksvolles Zeugnis der Eisenbahngeschichte Boliviens drei Kilometer südlich der Stadt. Auf diesem "Friedhof der Züge" rosten zahlreiche alte Dampflokomotiven und Waggons ihrer vollständigen Auflösung entgegen. Wann hat man schon mal die Möglichkeit durch einen Zug zu fahren? ;-)

Mit dem Syncro durch die Eisenbahn

Das der Salar ein ganz besonderer Ort ist, stellen wir schnell fest. Sämtliche Gefühle für Entfernungen, Geschwindigkeiten, Raum und Größen erleben eine ganz neue Wahrnehmung. Und auf einmal haben wir Fähigkeiten, von denen auch wir selbst total überrascht sind. Es ist halt ein magischer Ort. ;-)

Kunststück auf dem Salar

Der Salzreichtum des Salar de Uyuni wird auf ungefähr 10 Milliarden Tonnen geschätzt. Jährlich werden davon nur etwa 25.000 Tonnen abgebaut. Das Salz wird unter archaisch anmutenden Arbeitsbedingungen nur mit einer Schaufel aufgehäuft, um einige Tage in der Sonne zu trocknen. Anschließend wird es mit Lkws in den Ort gebracht und weiterverarbeitet. Darüber hinaus gilt der See als eines der weltweit größten Lithiumvorkommen - die Chance für Bolivien - der Rohstoff für die virtuelle Welt.

Da unser Salzstreuer bald leer ist, füllen wir unser ganz persönliches Salar-Salz ab. Bei jedem Griff zum Salzstreuer können wir uns jetzt immer an diesen Ort mit all den Eindrücken erinnern.

Salzabfüllung für unterwegs

Zum Abschluß die "Best-of-Collection" unsere Salarfotos unter dem Motto: "Spielen mit Perspektiven". Da könnt ihr u.a. sehen, dass ich auch in Südamerika nicht auf Nutella verzichten kann oder wie ich Maik aus dem Hut zaubere.
Weitere Fotos von den Tagen auf dem Salar befinden sich hier, sowie vier kleine Videos unten dran.
 




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